Mallorcas Hunde suchen ein Zuhause: Warum wurde ich zu Müll?

Name: Bella
Alter: 4 Jahre
Rasse: Basset, weiblich
Charakter: Schmusig, sucht Nähe zum Menschen

Einst war ich als Ablenkung gedacht… Das Kind meines „Familienrudels“ war krank; ich sorgte mit meinem liebevollen Wesen für die Nähe, die es brauchte. Wir verbrachten eine wunderschöne Zeit miteinander, bis ich krank wurde. Meine Erkrankung ist heilbar, aber erfordert Aufmerksamkeit. Mein „Rudel“ wollte oder konnte sie mir nicht geben und steckte mich in einen Sack. Mittlerweile wieder gesund, suche ich Nähe zu Menschen und vertrage mich auch mit anderen Hunden.

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Mallorca Tierrettung: Er wurde uns vom Himmel geschickt

Manchmal liegen Tränen der Trauer und der Freude ganz nahe beieinander. So wie am 05. August; als mit Paul ein Hund von seinem Schicksal erlöst wurde und er doch keine Chance mehr hatte. Und Felix an diesem Tag seinen Weg ins neue Familienglück fand…

Lords Tagebuch

Am Freitag saß ich tiefenentspannt im Zwinger, chillte und freute mich aufs baldige Fressen - oh siehe da, da kam das Pärchen vom gestrigen Gassigang…

"Ich bin doch nur ein Hund"

Seine Augen glänzen in der Sonne… Nur zögerlich nährt sich Lord, so als wüsste er, dass manche Menschen Angst vor Hunden wie ihm haben. Denn egal wie warm vom Wesen her, hat er einen scheinbaren Makel: In seinem Pass steht „Pitbull“. Rund 1.000 Tage ist er nun schon unter der Obhut der Mallorca Tierrettung – und durfte jetzt einen ganz besonderen Urlaub genießen.

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause: Mallorca Tierrettung mit Herz

Schwanzwedelnd begrüßt Lotty die Besucher… Mit ihrem abgekauten Ball bewaffnet, wartet die junge Hündin schon am Eingangstor auf neue zweibeinige Spielgefährten – oder wahlweise auf ausgiebige Kuscheleinheiten. Doch letztendlich gibt es für sie und die anderen Schützlinge der Mallorca Tierrettung in Felanitx nur ein Ziel: Ein glückliches neues Zuhause.

Buddys Geschichte - Eine Hundestory von der Insel

Hi, ich möchte mich kurz vorstellen – ich bin Buddy.

Viel ist hier geredet worden über mich und meinesgleichen, sie haben sich aufgeregt und gejammert und gelobt…aber jetzt hat man mir endlich mal das Wort erteilt, was ich dankend annehme.

Im Gegensatz zu den meisten von Ihnen bin ich ein waschechter Insulaner. Ich bin nämlich auf Mallorca, unserer wunderschönen Insel hier, geboren worden.

Ist schon eine Weile her, und ich habe auch als Einheimischer eine Weile gebraucht, bis ich kapiert habe, wie das hier so läuft.

An meine frühe Kindheit kann ich mich kaum noch erinnern. Meine leiblichen Eltern haben mich diesen Leuten überlassen, die ich später für meine echten Eltern hielt.

Ich nenn sie Leute, und sie nannten mich Raus. Zumindest glaubte ich zunächst, daß das mein Name sei, denn sie sprachen nicht viel mit mir. Das einzige, was sie immer zu mir sagten, war „Raus“.

Später verstand ich dann, dass das nicht mein Name, sondern die Aufforderung war, mich vom Acker zu machen.

Es war nicht leicht, diese Leute zu verstehen. Sie gaben mir etwas von ihrem Essen ab. Nicht genug, um satt zu werden, aber okay, es reichte zum Überleben.

Was wollten die von mir…warum hatten sie mich meinen Eltern weggenommen. Mochten sie mich? Verstanden sie mich? Warum behandelten sie mich dann so von oben herab?

Als ich in die Pubertät kam, wollte ich nur noch weg. Mein eigenes Leben führen, nicht mehr geschlagen werden, mir mein eigenes Essen verdienen und natürlich…ein nettes Mädchen kennenlernen.

Eines Tages, als der Mann wieder „Raus“ schrie, nahm ich ihn endlich beim Wort. Ich habe gewisse Talente, und Springen über hohe Mauern und Zäune konnte ich schon damals richtig gut. Ich nahm Anlauf, überwand die Mauer und raste davon.

Der Mann folgte mir, packte mich in sein Auto und fuhr mich im Morgengrauen auf ein einsames Gehöft. Er stülpte mir einen Sack über den Kopf, band diesen zu und verschwand mit samt seinem Auto.

Ich vermisste weder ihn noch seine Coche, wie er dieses Übelkeit erregende schnelle Ding mit Rädern liebevoll nannte.

Ich muß wohl ein paar Stunden in dem Sack gefangen gewesen sein, als mich jemand wegtrug und nach ein paar Minuten, die mir wie eine Ewigkeit erschienen waren, befreite.

Eine Frau. Ich kannte sie nicht, aber sie roch gut und gab mir etwas zu Essen.

Es war megalecker und ich hatte mächtig Angst, dass sie es mir wieder wegnehmen würde..oder einen der vielen wütend bellenden Hunde dort auf mich loslassen würde.

Aber nein. Ausnahmsweise war meine Sorge mal unbegründet. Diese leckeren, mundgerechten Fleischklösse waren nur für mich.

Die Frau redete mit mir. Sie nannte mich „Komm“ und fand es offensichtlich auch noch richtig Klasse, daß ich alles gierig verspeiste, ohne ihr etwas übrig zu lassen.

Das war das Paradies – oder nicht?

Sie brachte mich in ein kleines Zimmer, okay, es war etwas kühl und es roch auch nicht wirklich toll, aber sie tat mir nicht weh, obwohl sie mir ihre Zähne zeigte. Die anderen Hunde, die nebenan wohnten, zeigten mir auch ihre Zähne und bellten mich laut und wütend an.

Ich lernte schnell, daß die großen Zweibeiner „Menschen“ genannt werden.

Wir Vierbeiner hingegen hießen in der Menschensprache Hund. Nein, nicht ganz, es gab auch noch andere Wesen hier…eines davon saß auf dem Dach meiner neuen Behausung und rief mir zur Begrüßung ein fröhliches „Miau“ entgegen. Das war die Katze, und mein neues Zuhause war die Perrera von Felanitx.

Zum ersten Mal im Leben schlief ich satt ein.

Am nächsten Tag kam die Frau wieder, sie räumte mein Zimmer auf. Aufgrund des gestrigen leckeren Essens war mir in der Nacht ein Malheur passiert, nun saß ich wie ein Häufchen Elend vor meinem Häufchen und erwartete, daß die Frau mich anschreien würde. Weit gefehlt, sie rief mich zu sich und hob die Hand und - streichelte mich. Ich bellte sie nicht an. Dafür gab es nun einen Teller voller wundervoller kleiner Kekse. Nicht nur für mich, sondern auch für die anderen Hunde, egal, ob sie gebellt hatten, irgendwo hingemacht hatten oder ob sie sich ängstlich duckten. Was für ein toller Mensch, dachte ich. Leider sperrte sie mich wieder in mein Zimmer. Dort blieb ich eine Weile.

Am Nachmittag kamen andere Menschen, sie standen vor unseren Behausungen, die die Menschen hier Zwinger nannten, und zeigten uns ihre schönen, kleinen Zähne. Um mich herum kläffte und knurrte es wie wild….meine Güte, waren die Hunde doof. Ich hatte es sofort kapiert. Wenn Menschen mir ihre Zähne zeigen, dann mögen sie mich. Ich kann das riechen. Ich verstand ihre Sprache zwar noch nicht, aber meine Nase täuscht mich nie. Das hier waren die „Guten“ . Und ich war doch auch ein „Guter“. Davon war ich überzeugt, und ich wußte auch schnell, was zu tun war, um gestreichelt zu werden und eine Extraration Kekse zu ergattern.

Man muß sie ablecken. Am besten an der Hand. Nicht gleich ins Gesicht gehen, das mögen Menschen nicht so. Wenn sie dich anschauen, dann leg den Kopf schief und laß ein kleines Fiepen hören. Auf keinen Fall bellen. Du darfst sie auch keinesfalls anspringen, wenn du deine Pfoten nicht sauber hast. Anspringen ist überhaupt nicht angesagt, außer sie klopfen aufmunternd an ihre Oberschenkel, wenn du vor ihnen stehst. Dann, und genau NUR dann, wollen sie nämlich, daß du an ihnen hochspringst.

Man muß sie nicht verstehen, diese komischen Menschen. Die meisten von ihnen verstehen sich selber nicht. Im Gegensatz zu uns Hunden fehlt ihnen jeglicher Instinkt. Deswegen bist du ihren Launen hilflos ausgeliefert, außer, du bist ein kluger Hund und studierst ihr Verhalten gründlich. Dann kannst du bald riechen, wie sie gerade drauf sind und du kannst immer in ihren Gesichtern lesen.

Wenn sie wütend oder aufgeregt sind, dann überschlagen sich ihre Stimmen und werden ganz hoch und schrill. Spätestens dann ist es angesagt, den Rückzug anzutreten.

Sie sind oft nicht die Hellsten, diese Menschen. Aber ihre Vorderpfoten, die sie Hände nennen, sind deutlich besser ausgebildet als bei uns Hunden. Zwar benutzen sie sie nicht zum Laufen, wodurch sie etwas lahmer sind als wir Vierbeiner, aber sie können mit den Dingern greifen, Türen aufschließen, Gegenstände werfen und fangen und außerdem Essen sammeln und zerkleinern – und natürlich streicheln.

Das ist ein großer Vorteil. Manche von ihnen haben eine Schwäche für uns Hunde, sie mögen uns einfach, zuweilen sogar lieber als ihre eigenen Artgenossen.

Ich lernte, wie schon erwähnt, schnell.

Nachmittags, wenn diese Besucher kamen und uns die Zähne zeigten, nahmen sie manchmal einen von uns Hunden mit.

Meistens denjenigen, der am wenigsten bellte. Den, der sofort kam, wenn sie „Komm“ riefen.

Ich wollte auch mitgenommen werden. Adoptieren nannten sie es. So stand ich jeden Nachmittag am Gitter meines Zwingers und versuchte, meinen Charme spielen zu lassen. Der Riesen-Rottweiler links neben mir verdarb mir mit seinem Gebell die ganze Show. Er war so ohrenbetäubend laut und zeigte ihnen seine Zähne, so daß niemand auch nur in meine Richtung schaute.

Doch eines Tages kamen sie. Sie standen kurz vor meinem Gitter, ich konnte riechen, daß sie nett waren. Sie rochen nach glücklichem Hundemädchen. Da wollte ich hin, sie sollten mich adoptieren. Meine Familie!

Zunächst sah es auch ganz gut aus. Sie kamen auf mich zu, strahlten, ich legte den Kopf schief und stieß mein rührseligstes Fiepen aus, aber sie gingen an mir vorbei und holten die weiße Töle rechts neben mir raus.

Ohnmächtig mußte ich zusehen, wie der Kleine von ihnen gestreichelt wurde.

Doch dann kam von hinten unsere Perrerafee, die Frau, die uns immer fütterte, mit einer Schüssel vorbei und der Kleine rannte ihnen davon und folgte der Frau. Das fanden sie gar nicht gut.

Unsicher schauten sie sich um und als ihr Blick an mir hängen blieb, hob ich meine Pfote und zeigte meine Zunge. Volltreffer. Es war mein Glückstag.

„Wir nehmen diesen da“. sagte der Mann, und sie kamen zu mir. „Ja, wer bist Du denn?“ fragte die Frau, und ich leckte ihre Hand durch das Gitter.

„Schau mal, der hat sich UNS ausgesucht!“

Na, klar. Wen denn sonst. Sie nannten mich Buddy und ich hatte den richtigen Riecher, auch was das süße Hundemädchen anging, dessen Duft ihnen anhaftete.

Crazy hieß sie, und sie wurde meine erste große Liebe. Ich bin ein glücklicher Hund. Ich habe eine tolles Rudel, bestehend aus Menschen, Hunden und Katzen. Wir verstehen uns prächtig.

Liebe kann man lernen, in diesem Sinne, vertragt euch.

Euer Buddy

 

geschrieben von Sonja Semmelrogge

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