Mallorca Partysängering Anna-Maria Zimmermann – Der Kumpeltyp im Haifischbecken

Sängerin Anna-Maria Zimmermann gehört zur Partyszene an der Playa, ist gleichzeitig eine feste Größe der deutschen Schlagercharts. Ein Erfolg aus Mut und Lebensstärke.

Als ihre Mutter sie mit fünf Jahren bei der Mini-Playback-Show anmeldete, konnte man allenfalls ahnen, dass Anna-Maria Zimmermann die Bühne als ihr zweites Zuhause wählt. Heute ist die 28-Jährige weder aus der Partyszene an der Playa de Palma noch aus den deutschen Charts wegzudenken. Sie liebt das Rampenlicht und ihre Fans. Ihren Erfolg verdankt sie, wie sie selbst bekennt, der Familie, den Freunden und dem Publikum.

Anna-Maria Zimmermann, Du gehörst mittlerweile zum Inventar der Partyszene hier rund um el Arenal. Wie war denn dieser Sprung in die „Höhle des Löwen“?
Ich kann mich gut daran erinnern, als ich vor mittlerweile sechs Jahren hierher kam und meinen ersten Auftritt hatte, da kam Jürgen Drews zu mir und sagte: “Ach, wieder so ein Mädchen. In diesem Haifischbecken schaffen es nur Männer.” Heute lache ich darüber und sage ihm gern: “Jürgen, ich bin immer noch da! Ich bin dran vorbeigeschwommen.” Aber, mal ehrlich: der Anfang war schon hart. Mallorca hat ein tolles Publikum, aber auch ein sehr ehrliches Publikum. Die leute sind im Urlaub, sind angeschickert, haben meist etwas getrunken. Am Anfang hatte ich so viel Kribbeln im Bauch, das waren richtige Angstauftritte, immer mit dem Gedanken daran, ob das Publikum mich und das, was ich mache, denn auch mag. Mittlerweile hat sich das natürlich gelegt. Jetzt macht es nur noch riesigen Spaß.

Was macht denn die Partysängerin Anna-Maria Zimmermann aus?
Ich bin ein Kumpeltyp. Natürlich gibt es Männer, die einem bei den Auftritten schöne Augen machen. Sie wissen aber auch, es gibt eine Grenze. Und die überschreiten sie nicht. Das ist sicher bei anderen Sängerinnen anders. Ich bin nicht 90-60-90, blond und vollbusig. Ich bin 1,80 groß und erfahre Akzeptanz, wenn ich sage: „Bis hierher und nicht weiter!“ Die Jungs verstehen das, und wir feiern alle ganz unkompliziert. Ich denke, zu einer Partysängerin – nicht nur auf Mallorca – gehört dazu, eine Rampensau zu sein, nicht auf den Mund gefallen zu sein, und du musst einfach wahnsinnig viel Bock darauf haben. Ich muss in den Augen eines Künstlers erkennen, der macht das nicht nur, weil er das machen muss, sondern weil er drin aufgeht, weil er das lebt und Freude daran hat. Ich hoffe, dass man all das bei mir erkennt.

Du hast bei DSDS angefangen. Viele Kritiker sagen, dort würden junge Sänger geschaffen, die nichtmal ansatzweise die harte Realität der Bühne kennen. Waren Deine Auftritte hier auf Mallorca eine Art Nachhilfe?
Du schwebst ja auf Wolke 7 in dieser Show: Tolles Fernsehen, tolle Artikel, und irgendwann ist das alles vorbei. Dann sticht jemand in die Seifenblase, und sie platzt. Ich hab mich immer wieder aufgerafft, war aber gleichzeitig Realist. Irgendwann sagte dann mein damaliges Management: „Komm, wir fliegen mal nach Mallorca.“ Der Probejob war ein voller Erfolg, und seitdem bin ich regelmäßig hier.

Mit dem Unfall vor einigen Jahren und dem seither gelähmten Arm hast Du einige Rückschläge erlebt. Hat Dich das geprägt?
Grundsätzlich bin ich natürlich weiterhin „die“ Anna, die ich auch vorher war. Aber ich bin, trotz oder gerade wegen der Lähmung, noch selbstbewusster geworden. In den ersten drei Monaten nach dem Unfall hatte ich viel Panik, vor allem bezogen auf die Mallorcaauftritte. Das Aussehen war weg, der Arm gelähmt, viele Narben, ich hatte Zweifel, wie ich angeschaut würde. Und weißt du was? Diese Probleme gab es auf Mallorca nie. Da kommen 16-jährige Bengels und sagen am Ende des Aufritts: „Wir finden es echt toll, dass du weitermachst.“ Erst konnte ich nicht glauben, dass man das Ernst meint. Seitdem weiß ich, das Menschen gar nicht so oberflächlich sind, sondern dass sie mitfühlen. So gesehen, hat mich die Bühne, hat mich mein Publikum in irgendeiner Weise mit-therapiert. Sie haben mir geholfen, an die „alte Anna“ anzuknüpfen. Ohne die Bühne und die Fans wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

Das heißt, Du selbst hattest die Kraft gar nicht?
Nein, absolut nicht. Es waren die Familie, die Freunde und die Fans, die auf mich gewartet und mich gestärkt haben. Diese Kombination hat es letztlich ausgemacht. Ich war im ersten halben Jahr nach dem Unfall nicht die Starke. Andere haben mir diesen Schubs gegeben. Und heute sage ich: „Danke, dass ihr mich geschubst habt!“

Du bist ja einerseits Partysängerin, hast es aber auch geschafft, erfolgreich die Brücke zum deutschen Schlager zu bauen...
Stimmt. Ich bin unendlich dankbar, dass man mir diesen spagat zwischen Vollgasrampensau und Schlagersängerin ermöglicht. Natürlich passe ich mich an, ich kleide mich hier auf Mallorca anders, als beispielsweise bei einem Fernsehauftritt. Das ist aber auch das, was mir Spaß macht, immer wieder anders sein zu dürfen, die Möglichkeit zu haben, meine Facetten zu zeigen.

Sprechen wir mal über Mallorca, speziell die Playa de Palma. Da hat‘s im vergangenen Jahr einiges an Veränderungen gegeben. Viele deutsche Zeitungen schrieben von einem Partyverbot. Konkret ging es ja um ein Stück Seriosität, die in diese Gegend zurückkehren sollte. Wie denkst Du darüber?
In einer gewissen Aart und Weise finde ich es gut, dass es ab jetzt Regeln gibt. Oftmals hatte ich den Eindruck, einige Leute landen hier, schalten den Kopf aus und fallen zurück in eine Art Kindheit. Wobei sich selbst Kinder nicht so verhalten würden. Mal ehrlich: Man muss nicht fast nackt in den Lokalen sitzen, man muss nicht Kippen auf den Boden schmeißen oder herumspucken. Das sind alles Regeln, die ich sinnvoll finde. Und ich finde auch gut, dass die Polizei sie durchsetzt. Allerdings gibt es auch Verbote, wie das Eimersaufen am Ballermann 6. Mal ehrlich, das gibt’s seit 40 Jahren. Und viele kommen hierher und wollen einmal im Leben mit einem Sangriaeimer hier an der Playa de Palma im Sand sitzen. Da sage ich, auf diese Gesetze könnte man verzichten. Lasst den Jungs doch ihren Spaß. Es gibt halt einige Regelungen, die ich durchaus nachvollziehen kann, andere wiederum, die ich nicht verstehe.

Mai 2015

Letzte Änderung am Freitag, 08 Januar 2016 08:40
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6 Kommentare

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