Ansichten hinter dem Mikrofon – Mallorca Multi-Talent Willi Meyer

Er komponiert, singt, spielt und produziert. Willi Meyer (61) ist in Sachen Musik ein kleines, aber feines Universal-Genie. seit über 15 Jahren zählt der gebürtige duisburger zum festen Bestandteil des Live-Musik-Angebotes auf Mallorca. Sein monatliches Event „Musik&Talk“ ist bereits Wochen vorher ausgebucht. Grund genug also für einen IZ-Besuch im Aufnahme-Studio auf Meyers Finca bei Llucmajor. Hier produziert er im Auftrag seiner Kundschaft auch Werbespots fürs Radio und Fernsehen.

 

„Musik&Talk“ kommt beim Publikum derzeit hervorragend an. Was ist das Erfolgsgeheimnis?
Kontinuität zahlt sich am Ende aus. „Musik&Talk“ findet ja mittlerweile seit mehr als zweieinhalb Jahren statt. Ein besonderes Augenmerk haben wir in der Vergangenheit aber auch auf den Austragungsort gelegt. Eine Außergewöhnliche Location, wie beispielsweise das „Palma Aquarium“ oder Mallorcas Casino zieht das Publikum an. Die Mischung aus guter Musik und interessanten Gesprächspartnern ist ebenfalls ein Erfolggarant. Und dann natürlich die Uhrzeit.

Warum?
Das Event findet immer um 18 Uhr statt. Das ist nicht zu früh, um nachmittags noch etwas zu unternehmen. Aber auch nicht zu spät, um anschließend in Ruhe essen oder ausgehen zu können.

Zu deinen geladenen Gästen zählten bereits Schauspielerin Christine Neubauer, Starkoch Gerhard Schwaiger oder Schlager-Komponistin Kristina Bach. Wie wichtig sind Promis für den Erfolg der Veranstaltung?
Große Namen machen sich auf Eventankündigungen immer gut, keine Frage. Doch wichtiger als das status quo meiner Gäste ist mir, was sie zu erzählen haben. Es sind ja auch viele Leute dabei, die man nicht so kennt, und die trotzdem sehr interessant oder kurzweilig daherkommen. Das ist mir sehr wichtig.

Sind Mallorca-Residenten ein besonders schwer zu überzeugendes Publikum?
Mallorca ist für einen Künstler sicherlich nicht einfacher oder schwerer als Berlin, London oder New York. Auch wenn ich der Insel-Community damit nicht eine gewisse Trägheit hinsichtlich der Assistenzbereitschaft von Kultur-Events absprechen möchte. Mallorca lädt oft einfach dazu ein, eine gewisse Art von Bequemlichkeit an den Tag zu legen.

Eine deiner letzten Gäste war die Autorin des wohl größten Hits im vergangenen Jahr in Deutschland. Wie schafft man es, einen Gassenhauer wie „Atemlos“ zu komponieren?
Wenn ich das wüßte, wäre ich jetzt ein steinreicher Mann. Nein, im Ernst, selbst Kristina Bach, die den Song ja geschrieben hat, konnte es uns nicht erklären. Vielleicht war es nur die passende Sängerin wie Helene Fischer... Wahrscheinlich. Und außerdem noch gefühlte 100 weitere Faktoren, die am Ende darüber entscheiden, ob ein Song die Massen bewegt. Grundsätzlich musst du mit einem Lied die Leute berühren. Und du musst gleichzeitig den Zeitgeist treffen. Zeile und Melodie müssen stimmen. Und, und, und...

Am Ballermann singt Jürgen Drews, im Kloster von Valldemossa hört man Chopin. Für wen entscheidet sich Willi Meyer?
Ich will das jetzt mal so sagen: Ich habe unter den Schlagersängern an der Playa de Palma viele Freunde. Und Leute wie Jürgen Drews oder Peter Wackel sind dort nicht aus Zufall so lange erfolgreich, sondern weil sie einfach sehr gute Sänger und Musiker sind. Man muss, und das vielleicht gerade auf Mallorca, jeder Musikrichtung Respekt zollen. Ob man eine Musikrichtung mehr oder weniger mag, hat damit überhaupt nichts zu tun.

Welche Projekte stehen bei dir in diesem Jahr auf dem Programm?
Ab März wird es wieder insgesamt zehn „Musik&talk“-Events geben. Darunter ein Open-Air-Konzer im Sommer in Palmas Aquarium. Außerdem werde ich eine neue CD von „Willi Meyers & Friend“ herausbringen. Dazu kommt natürlich mein Engagement im Duisburger Kulturzentrum, das ich bereits seit 30 Jahren leite, verschiedene Auftritte in Deutschland, meine Arbeit als Produzent von Werbespots sowie als Event-Gestalter.

Ist Mallorca deine erste oder zweite Heimat?
Das soll jetzt keineswegs überheblich klingen, aber eigentlich ist die Welt meine Heimat. Will heißen: Ich sehe mich als eine Art globaler Bürger, auch wenn mir das Rheinland und Mallorca besonders ans Herz gewachsen sind.

Du empfindest die deutschsprachige Mallorca-Community also nicht als Parallel-Gesellschaft?
Ich nenne das lieber „multi-kulti“, ein richtig schön positiv klingendes adjektiv, das gerade heutztage in vielen anderen Orten Europas öfters benutzt werden sollte. Nein, viel schlimmer empfinde ich Insel-Deutsche, die unter zwanghaftem Integrations-Wahn leiden. Meine Meinung ist, dass man immer nur das machen sollte, was von „innen“ kommt. Und sich selbst gegenüber ehrlich sein.

Weitere Infos zu Willi Meyer unter
www.audiovisionpalma.com

Januar 2015

Letzte Änderung am Freitag, 08 Januar 2016 08:42
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